UrheberInnenrecht & Informationsfreiheit

40 Reaktionen - Diskutieren

BAG Medien- und Netzpolitik, BAG Demokratie und Recht sowie BAG Kultur

Photo: xxxDJxxx (photocase)

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Input für die Debatte und den Workshop: „UrheberInnenrecht und Informationsfreiheit im 21. Jahrhundert“ bei der Zukunftskonferenz am 2. Juli in Berlin. Das Papier ist kein Positionspapier, sondern soll die Debatte am 2. Juli befördern.

Die Digitalisierung unseres Lebens durch die fortschreitende Verbreitung des Internets sorgt für eine Vielfalt neuer Möglichkeiten sich kreativ zu betätigen und an kulturellen Werken teilzuhaben. Unsere Wissensgesellschaft eröffnet gerade durch die Verbreitung des Internets, Zugänge, die bisher verschlossen waren. Soziale Teilhabe wird damit heute auch neu definiert. Diese Entwicklungen verursachen aber auch Debatten darüber, wie ein Interessenausgleich vollzogen werden kann, wenn Rechtsgüter neu bewertet werden müssen und neue Herausforderungen entstehen. Diese Debatte ist seit Jahren am Beispiel des Urheberrechts in allen Teilen der Welt zu verfolgen. Die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet, allen voran Musik, Filme und Bücher, ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Dies hing zum einen mit der Entstehung und Verbreitung von Tauschbörsen oder Plattformen zum direkten herunterladen oder streamen von Inhalten, als auch mit Angeboten die solche Inhalte verkaufen, zusammen. Das wirkt sich negativ auf das Einkommen der KünstlerInnen aus. Die im Urheberrecht geregelte Vergütung, soll dazu dienen, den Lebensunterhalt der Kreativen zu sichern bzw. sie angemessen zu vergüten. Fällt dieses weg, ist der/die KünstlerIn dazu gezwungen ihren Lebensunterhalt auf andere Weise zu bestreiten und kann sich nicht mehr im vollem Umfang mit der Schaffung neuer Werke befassen. Zurzeit existiert eine vielfältig geführte Diskussion um die Durchsetzung des Urheberrechts und um kriminelle oder kriminalisierte Aktivitäten, die mittels des Internets betrieben werden. Das derzeit praktizierte Abmahnwesen kann nicht zur Lösung des Problems beitragen, sondern verschärft es eher.
Dies werden aber voraussichtlich nicht die einzigen Themen bleiben. Die zentrale Frage im Umgang mit dem Internet lautet, wie wir die neuen Freiheiten in der digitalen Welt wahren und stärken und den Ausgleich verschiedener Interessen, hier insbesondere der UrheberInnen, auch im Internet herbeiführen können.

Als Bürgerrechtspartei ist für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN klar, dass der Abbau von freiheitlichen Grundrechten kein gangbarer Weg ist, sei es durch die Sperrung von Inhalten, die Überwachung des Datenstroms oder ein Verbot der anonymen Nutzung des Internets. Positiv ausgedrückt: Die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst sowie Werknutzende genießen Schutz im Sinne eines reformierten Urheberrechtsgesetzes.

These 1:

“Ein Ausspielen von elementaren Bürgerrechten gegen gerechte Vergütungs- oder Abrechnungsmodelle kommt für Bündnis 90/Grüne nicht in Frage”

Wir stellen uns der Debatte darüber, wie ein Urheberrecht im 21. Jahrhundert ausgestaltet gehört. Das Ziel besteht in einer grundsätzlichen Neuaufstellung des Urheberrechts. Dabei ist das Interesse aller UrheberInnen an einer angemessenen Vergütung ebenso zu berücksichtigen wie das Interesse aller BürgerInnen und Kreativen an einem möglichst freien Zugang zu Kulturgütern. Dazu gehört die Diskussion um die Dauer der Schutzfristen, die mittlerweile aber zu einer Kultur der Abschottung kultureller Werke führt und eine restriktive Handhabung der Verwertung von kreativen Inhalten bedeutet. Einbezogen werden muss dabei auch die Rolle der Verwertungsgesellschaften.

These 2:

„Die Begrenzung der geltenden Schutzfristen berücksichtigt den Innovationszyklus unserer heutigen Zeit und kreative Entwicklungen stärker.”

Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, vor allem die Industrialisierung der Verwertung kultureller Werke, hat zunehmend zu einer Verschiebung geführt, das vor allem einige wenige multinationale Medienkonzerne entschieden haben, wie kulturelle Vorlieben auszusehen haben und die Wahrnehmung der Rechte der Urheberinnen und Urheber durch vertragliche Regelungen weitestgehend abgetreten wurden. Diese Entwicklung hat weder der Vielfalt in der Kreativwirtschaft gut getan, noch der Weiterentwicklung kultureller Werke. Das Urheberrecht hat sich zum Teil zu einem Verwertungsrecht weiterentwickelt, wo Konzerne auch im politischen Raum für den stärkeren Schutz und Möglichkeiten der Durchsetzung ihrer Rechte gekämpft haben. Die Urheberinnen und Urheber wurden dabei zunehmend aus dem Blick verloren, und ihre soziale Stellung häufig hinten angestellt. Buy-Out-Verträge, mit denen Künstler alle ihre Rechte an ihre Verwerter abgeben, müssen abgeschafft werden. Die Urheber müssen angemessen und fair am Umsatz beteiligt werden.

These 3:

“Eine gerechte und angemessene Vergütung der UrheberInnen selbst muss Leitmotiv aller Urheber- und Leistungsschutzgesetzgebungen sein.”

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN streiten für einen grünen Neuen Gesellschaftsvertrag, der demokratische Freiheiten schützt, soziale Teilhabe ermöglicht und Interessen versucht auszugleichen, statt gegeneinander auszuspielen. Ein, auch kontrovers diskutiertes Modell, zur Bezahlung der UrheberInnen ist die vorgeschlagene Kulturflatrate, da sie Vergütung für Urheberinnen und Urheber gewährleisten soll, und gleichzeitig Entkriminalisierung der nicht-kommerziellen Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet als Ziel hat. Diese Form der Pauschalabgabe wird seit über 40 Jahren im deutschsprachigen Raum erfolgreich praktiziert, bspw. durch die Abgaben auf Leermedien wie CD-Rohlinge oder auch Speichermedien wie MP3-Player. Weiterer „Geschäftsmodelle“ sind in der Diskussion. Wir blicken bei unserer Debatte um das Urheberrecht und die Informationsfreiheit nicht auf eine einzelne Gruppe, sondern wollen eine zukunftsfähige Lösung für die gesamte Gesellschaft erreichen. Auch NutzerInnen gehören im Interesse einer innovationsfreundlichen Gesellschaft bei der Regelung des Urheberrechts beteiligt und berücksichtigt.

These 4:

“Das Urheberrecht muss rechtlich verankert UrheberInnen und NutzerInnen gleichzeitig schützen und dienen – es ist Teil eines sozial gerechten Gesellschaftsvertrages.”

Creative Commons, Photo: A. Diez Herrero (flickr), CC BY-NC-SA 2.0

Creative Commons, Photo: A. Diez Herrero (flickr), CC BY-NC-SA 2.0

Auch wenn das derzeitige Urheberrecht modernisiert werden muss, ist eine moderne Lösung im digitalen Zeitalter dennoch nicht automatisch mit dem Recht verbunden, von anderen geschaffene Werke ohne die Erlaubnis des Schöpfer/in außerhalb der eigenen privaten Nutzung zu kopieren, zu nutzen und/oder anderen zugänglich zu machen. Das Urheberrecht wurde geschaffen, um kulturelle Vielfalt in einer freiheitlichen Gesellschaft zu gewährleisten und zu befördern. Durch eine befristete Beschneidung der bürgerlichen Freiheiten auf Seiten der Nutzer, indem man nur private Kopien legal erhaltener Werke erlaubt, und der zeitlich-eingeschränkten Einräumung von Sonderrechten für den Schöpfer/in soll das Urheberrecht dem Schöpfer/in ermöglichen von seinem Werk selbst finanziell zu profitieren (wenn er dies will) und nicht nur von damit verbundenen indirekten Einnahmen (z.B. Auftritte, Merchandise, Vermarktung der Persönlichkeit etc.). Damit soll es dem Schöpfer/in ermöglicht werden, sich auf die Erschaffung von neuen Werken konzentrieren
zu können und nicht auf deren Ausübung oder gar für den Lebensunterhalt notwendiger aber mit der kreativen Arbeit nicht verbundener Tätigkeiten. Damit sichern wir unserer Gesellschaft eine größere Vielfalt an Kulturgütern und somit einen höheren kulturellen Wohlstand als ohne Urheberrecht.

These 5:

„Eine private Kopie ist auch im digitalen Zeitalter nur für den privaten, nichtkommerziellen Gebrauch.“

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40 Reaktionen auf “UrheberInnenrecht & Informationsfreiheit”


  • Ich finde die These 5 seehr defensiv: Euch geht das dabei nur um ne Übertragung eines Rechtes, das ohnehin auch in der digitalen Welt gilt.

    Die Privatkopie müsste auf die öffentliche nicht-gewerbliche Kopie ausgeweitet werden! Also z.B. auch Kopien eines Musikstücks, welches ich ihn mein öffentliches, aber nicht kommerziell ausgerichteten Blogs, poste.

    Etwas eingeschränkt könnte das nur für besonders gefragte, bereits intensiv vergütete Werke, gelten (wie im CCC-Modell).

    • Eine veröffentlichte Kopie ist qua Definition keine private Kopie. Die unsinnige Forderung danach, die Veröffentlichung einer Kopie als “private Nutzung” zu betrachten, kommt einer Enteignung der Urheber gleich, und führt schnurstracks zur völligen Verblödung der Gesellschaft, weil sich dann das Schaffen von Werken nicht mehr lohnt.

      Die Privatkopie ist erlaubt, und ihr Verbot macht schon deshalb keinen Sinn, weil ja auch der private Mitschnitt eines selbstgesungenen Lieds eines fremden Urhebers eine Kopie ist. An der Zulässigkeit der Privatkopie geht also sowieso nichts vorbei.

      Dass das Internet heute jedem Bürger die Möglichkeit gibt, Kopien fremder Werke zu verbreiten, darf auf gar keinen Fall dazu führen, dass die Schöpfer der Werke und die Rechteinhaber enteignet werden! Vielmehr muss den Bürgern bewusst gemacht werden, dass sie mit den vielen neuen Möglichkeiten, die das Internet bietet, auch viel Verantwortung übernehmen. Die Achtung vor den Rechten anderer Menschen gehört dazu!

      • Lukas Schneider

        Da muss ich Tom Recht geben.
        Nur ein Nachsatz:

        Nichtkommerzialität ist nicht trennscharf zu bestimmen. Das ist ja schon bei CC ein riesen Problem.
        Die Unterscheidung, welche in der geltenden Definition der UrhR Schranke vorgenommen wird, ist insofern schon sinnvoll, da öffentlich von privat wunderbar zu unterscheiden ist. Ganz nebenbei kann man hie auch eine Grenzziehung für UrhR Durchsetzung vornehmen. Alles was im Privaten stattfindet kann und darf nicht reguliert werden. Der öffentliche Raum ist regulierbar.
        Jedes öffentlich betriebene Informationsangebot ist darüber hinaus sowieso “proto-kommerziell”… zumindest, wenn man gängigen netzwerkökonomischen Modellen folgt.

  • Ich finde die Thesen noch reichlich schwammig. Beim “Netzpolitischen Kongress” war man schon weiter (vgl. Prof.Hilty von Max-Planck zum “geistigen Eigentum”. Es bedarf zudem klarer Aussagen gegen Internetsperren (nicht nur “ausspielen”, für CC und Open Access).

    Der Teil Informationsfreiheit fehlt allerdings ganz. Dies ist nach 5 Jahren IFG schade. Vor allem “Geschäftsgeheimnisse” gehören auf den Prüfstand

  • Das ist wohl das Thema, wo die Theorie am weitesten der Praxis hinterher hinkt.

    Ganz abstrakt gesprochen: unsere Informationsgesellschaft ist davon geprägt, dass Information im Überfluss existiert und leicht replizierbar ist. Ergo: der Wert von Information an sich ist relativ gering.

    Der wirkliche Wert liegt nicht etwa in der Information selbst, sondern sie im richtigen Moment in geeigneter Form der richtigen Person zur Verfügung zu stellen. Nicht anders ist Google zu erklären, und die meisten Softwarefirmen, die nicht so sehr vom einmaligen Verkauf ihres Produkts leben, sondern vom daran angeschlossenen Service. Nicht die Software ist von Bedeutung, sondern die Entwickler die sie in angemessener Zeit an die Kundenbedürfnisse anpassen können. Nicht die Musik-CD ist wichtig, sondern dass der Künstler immer wieder fähig dazu ist seinen Fans das zu geben was sie möchten.

    Wenn wir das klassische Urheberrecht in etwas wandeln können was die Dienstleistung schützt und fördert, und nicht etwa das Produkt selbst, dann haben wir gute Chancen alle Seiten zufriedenzustellen.

    • Ich denke, dass das Urheberrecht in seiner aktuellen Form genau das macht, was Du verlangst: es ermöglicht dem Markt, Vertriebswege für Künstler zu schaffen, und damit den Künstlern eine möglichst faire Vergütung für ihre Werke zu sichern. Ich sehe nicht, dass unser Urheberrecht irgend welcher Änderungen bedarf, nur weil mit dem Internet nun ein noch schnellerer und für die Nutzer der Werke noch einfacherer Zugang zu den Werken besteht.

      Diese ganze unleidliche Diskussion dreht sich doch letztlich einzig und alleine darum, dass aufgrund massenhaften Urheberrechtsverstoßes die Rechteverwerter ihre alten Geschäftsmodelle bedroht sehen. Gleichzeitig haben sich da aber ganz neue Geschäftsmodelle entwickelt, und außerdem entwickelt sich das Rechtsempfinden gegenüber diesen Urheberrechtsverstößen auch ganz positiv. Man muss den Bürgern da auch ein wenig Zeit lassen, die müssen sich erst daran gewöhnen, dass sie durch ihre Präsenz im Web nun selbst zu einer Art von Verlegern werden, und dass sie dabei natürlich auch den geltenden Rechtsrahmen kennen müssen. Das dauert halt noch.

      Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass es erst mal nicht Aufgabe der Politik ist, veraltete Geschäftsmodelle zu sichern oder neue zu entwickeln. Der Markt wird da schon was finden, und wenn nicht, dann wird die Musik dadurch auch nicht aussterben.

      • Ich kann mich Tom anschließen. Das deutsche UrhR ist nicht so steinzeitlich, dass es gleich revidiert werden muss. Die Aussage, dass sich das UrhR zum Verwertungsrecht gewandelt hat ist blanker Unsinn. Das UrhR schützt von jeher beide: Persönlichkeits- UND Verwertungsrechte. Außerdem geht das deutsche UrhR im Bezug auf Persönlichkeitsrechte schon sehr weit. Eine Schöpfung und ihr Schöpfer genießt vom Augenblick ihrer Existenz an Schutzrechte – ohne Anmeldung von Ansprüchen o.ä.

        Bevor wir uns ein neues Süppchen kochen, müssen wir doch versuchen zumindest einmal einen Europäischen Rahmen für diese Schutzrechte zu finden. Das ist mehr als überfällig. Nicht zuletzt um ein gewichtiges Pendant zum US-Amerikanischen Immaterialgüterrecht zu erreichen – denn dieses dominiert auf der internationalen Bühne und ist dabei nicht gerade Urheberfreundlich eingestellt. Da werden ja auch erfolgreich Käsesandwiches patentiert.

        Den Bezug zum IFG vermisse ich ebenfalls – die Dychotomie der beiden Bereiche ist die große Herausforderung und wurde hier völlig außer Acht gelassen.

  • Hallo,

    diese Thesen behandeln nur einen sehr kleinen Teil der Debatte um das Urheberrecht und das Spannungsverhältnis zum freien Informationszugang, Informationsfreiheit wie beim IFG ist damit nicht gemeint. Zum anderen geht es ja genau um die veränderte Realität und die Debatte darüber welche politischen Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

    Malte

  • Hallo Leute,

    ich habe zu diesem Thema in den letzten Jahren vielen Diskussionsveranstaltungen, Podiums-Diskussionen etc. im Rahmen von Popkomm/Transmediale/SonarFestival/WinterMusicConference beigewohnt und würde die Ergebnisse gerne bei unserer Zukunftskonferenz einbringen. Einige Lösungen und Wege wurden bereits vorgedacht und es gibt in der Tat einen dringenden Reformbedarf (international) bei der Wahrnehmung der Leistungsschutzrechte (Verwertungsgesellschaften), damit diese für die Künstler transparenter werden und treuhänderische Wahrung der Rechte auch seine Legitimität behält, zumal die GEMA in D eine Monopolstellung einnimmt und Künstler keine Wahl haben, sich von alternativen Organisationen vertreten zu lassen. Auch möchte ich hier ausdrücklich auf die recht erfolgreiche Bundestags-Petition zur Reform der GEMA hinweisen, die durchaus ihre Berechtigung hatte.

    Fest steht – den Mitteln und Wegen einer Durchsetzung der Urheberrechte in der digitalen Gesellschaft kommt weitaus mehr Bedeutung zu, als immerfort über dessen Definition zu debattieren.

    • Hallo Daniel,

      zwar hast Du recht mit der Monopolstellung der GEMA (analog die der VGWort), aber Du hast nicht recht damit, dass die Künstler keine Wahl hätten. Keine Wahl haben die Veranstalter, denn es wird denen unterstellt, dass mit der Anmeldung und Zahlung bei der GEMA eine Veranstaltung abgegolten ist. Ein Künstler aber hat laut UrhG das alleinige Verbreitungs- und Aufführungsrecht und kann dies natürlich kontrollieren lassen, von wem auch immer er will.

      Aus Sicht der Veranstalter (und implizit damit auch der Nutzer) ist dieses Monopol der Rechteverwertung wiederum äußerst sinnvoll, denn es enthebt ihn der ansonsten irrwitzig aufwendigen Recherche danach, wen er für jedes einzelne aufgeführte Musikstück vergüten muss.

      Ansonsten bleibe ich dabei: die “Digitalisierung” der Gesellschaft verlangt in absolut gar keiner Weise nach einer Änderung des Urheberrechts. Die einzige stattgefundene Änderung am UrhG, nämlich die des Verbots der 1:1 Kopien kopiergeschützter Werkträger auch im privaten Bereich, reicht völlig aus und war eigentlich auch unnötig, zumal die illegale Verbreitung von Kopien einigermaßen zuverlässig und auch mit stark abschreckender Wirkung straf- und zivilrechtlich verfolgt werden kann und auch wird. Das ist analog zu sehen dem weitgehenden Kopierverbot für Notenwerke, die auch zu privaten Zwecken schon seit vielen Jahrzehnten nur handschriftlich kopiert werden dürfen.

      • @Tom theoretisch hast du recht, praktisch kommt man auch als dt.Urheber/Künstler nicht an der GEMA vorbei. Auf der Einnahmeseite (Veranstalter) hat sie, wie du sagst, das Monopol zur Rechteverwertung. Auch als Komponist und Mitglied müssen bei Veröffentlichung von Werken, selbst wenn diese kostenlos angeboten werden, GEMA-Gebühren erhoben und abgeführt werden. Andere Verwertungsgesellschaften haben die Einnahme der ihnen zustehenden Gebühren an die GEMA abgegeben. Die Erfassung und Einnahme der Gebühren muss natürlich zentral gesteuert werden. Ob dies aber bedeutet, dass ein intransparenter Staats-Monopolist diese Aufgabe übernimmt oder div. international agierende Verwertungsgesellschaften auf eine zu errichtende Infrastruktur zugreifen, wäre zu diskutieren.

  • Das Urheberrecht gehört komplett abgeschafft!
    Es ist sinnlos, es verhindert Entwicklung und es ist faktisch kaum durchzusetzen. Alleine schon das Konzept des “geistigen Eigentums” ist vollkommen Banane.

    99,9999% aller sogenannten Künstler können weder mit noch ohne Urheberrecht von ihrer Kunst leben. Und die Handvoll, welche dadurch tatsächlich reich werden haben dies mit Sicherheit nicht verdient. Wieso soll eine Madonna Hunderte Millionen dafür bekommen, dass sie vielleicht alle 4 Jahre einmal für 4 Wochen in ein Tonstudio geht und 10 Lieder aufnimmt?
    Bei Managern, welche 80-100 h/w an 52 Wochen im Jahr arbeiten, extrem hohe Verantwortung für Zehntausende von Menschen tragen, meist deshalb schon relativ jung an Herzversagen sterben, denen gönnen wir nicht mal 10 Mio. Euro im Jahr. Aber wenn eine Madonna 4 Wochen in 4 Jahren arbeitet, dann soll dies plötzlich 180 Mio. Euro wert sein?

    Die Musiker sollen Konzerte geben. Die kann man nicht kopieren! Aber das hieß ja tatsächlich sein Geld verdienen zu müssen. Da jammert man doch lieber über die bösen Raubkopierer.

    Wenn es das Urheberrecht und Patentrecht schon in der Vergangenheit gegeben hätte, würden wir heute noch mit einem Stock nach Wurzeln graben, weil irgendein Findiger Mensch sich ein Patent auf den Spaten oder Pflug hätte geben lassen.
    Übrigens hat Mozart nur deshalb so viele wunderbare Kunstwerke geschaffen, weil er ständig pleite war. Genauso ist es auch bei den heutigen Künstlern. Haben sie tatsächlich kommerziellen Erfolg hören sie so lange auf neue Werke zu schaffen bis ihnen das Geld alle ist. Deshalb kommen Platten von erfolgreichen Bands auch nur alle 4-10 Jahre auf den Markt.

    • @ Tobias

      > Das Urheberrecht gehört komplett abgeschafft!

      Ach ja? Damit die völlige Verblödung der Gesellschaft durch nichts mehr behindert wird?

      > Es ist sinnlos, es verhindert Entwicklung und es ist
      > faktisch kaum durchzusetzen. Alleine schon das Konzept
      > des “geistigen Eigentums” ist vollkommen Banane.

      Das Urheberrecht BEGÜNSTIGT die Entwicklung, und es ist sehr einfach durchszusetzen. Das Konzept des “geistigen Eigentums” ist insbesondere in der kontinentaleuropäischen Form (gegenüber dem angelsächsischen Copyright) höchst sinnvoll, weil es die besondere Beziehung zwischen dem Schöpfer und seinem Werk in der Vordergrund stellt.

      > 99,9999% aller sogenannten Künstler können weder mit
      > noch ohne Urheberrecht von ihrer Kunst leben.

      99% der Menschen, die von der Wahrnehmung von Urheberrechten leben, sind gar keine Künstler. Journalisten, Grafiker, Computerprogrammierer uswusf können von dem Rechten, die sie an den von ihnen geschaffenen Werken haben, recht gut leben.

      > Wenn es das Urheberrecht und Patentrecht schon in der
      > Vergangenheit gegeben hätte, würden wir heute noch
      > mit einem Stock nach Wurzeln graben

      Das genaue Gegenteil ist sehr gut nachweisbar der Fall. Mit dem Schutz des “geistigen Eigentums” explodierte das geistige Schaffen. Dieser Schutz ist eine der hervorstechenden Errungenschaften des Zeitalters der Aufklärung.

      Patente beschleunigen den technischen Fortschritt ganz extrem, weil ein Patent immer die Veröffentlichung und rasche Verbreitung einer Erfindung nach sich zieht, die ohne das Patent als Betriebsgeheimnis so lange wie nur irgend möglich im Verborgenen geblieben wäre. Für diese Veröffentlichung erhält der Erfinder im Gegenzug einen recht bescheidenen, nur wenige Jahre geltenden Schutz, der aber die Wettbewerber des Erfinders anspornt, noch bessere Technik zu erfinden.

      • Von welcher Verblödung redest du,wenn es kein Urheberrecht mehr gibt?

        Das Urheberrecht und Patente die Entwicklung begünstigen ist im Besten Fall ein Fall von zu viel Werbebroschüren gelesen. Die Realität sieht exakt entgegengesetzt aus. Beim Patentrecht ist es so, dass nur eine Handvoll extrem finanzstarke Konzerne und spezialisierte Rechtsanwaltskanzleien ihre Interessen beim Patentrecht durchsetzen können. Alle anderen werden hierdurch in den Ruin getrieben. Selbst mittelständische oder große Unternehmen sind nicht einmal ansatzweise in der Lage ihre Rechte durchzusetzen. Alleine weil die Streitwerte so hochgeschraubt werden, dass die daraus abgeleiteten Anwalts- und Gerichtskosten die Möglichkeit selbst von großen Unternehmen sprengen. Von einer weltweiten Überwachung auf Patentverletzungen nicht zu reden.

        Eine Handvoll Großkonzerne haben zudem ein Patentkartell gebildet. Sie haben ihre Patente gepoolt und melden Patente auf jede Trivialität an. Jeder Konkurrent wird dann mittels Patentverfahren aus dem Markt gedrängt. Gerade der deutsche Mittelstand leidet extrem unter dem Patentrecht, weil es ihnen fast jede Weiterentwicklung ihrer Produkte unmöglich macht. Man denke nur an den Fall des Unternehmens, welches ernsthaft Lizenzgebühren für Hyperlinks verlangen wollte. Zum Glück zuspät, denn hätten sie es gleich geltend gemacht, dann hätte es das Internet niemals gegeben!

        Zitat: “Folgt die britische (schwarz-gelbe) Regierung diesen Empfehlungen, dann schlägt sie genau den entgegengesetzten Weg ein, den die deutsche (schwarz-gelbe) mit dem angekündigten “Leistungsschutzrecht” für Presseverlage gehen will. Die Ursache für den Berliner Willen zum Monopolausbau liegt zum Teil in einem Effekt, für den Hargreaves und seine Kollegen sehr deutliche Worte finden: Danach führt Lobbyarbeit von Konzernen und Prominenten speziell im Bereich der Immaterialgüterrechte zu einem “verzerrten” Ergebnis. Statt sich auf unbewiesene Behauptungen, Anekdoten und “Lobbynomics” zu verlassen, sollte die Politik zukünftig darauf achten, wirkliche Beweise für Auswirkungen einzufordern, bevor sie Forderungen nachgibt.”
        http://www.heise.de/tp/artikel/34/34789/1.html

        “Jeden Monat hat Patentrechtsspezialist Franck Coutand vom Saatguthersteller Limagrain wieder eine neue Patentanmeldung von einer Biotech-Firma auf dem Tisch, die eine Pflanze patentiert haben will. Jedes Mal muss er überlegen, wie Limagrains Züchtungsprojekte für neue Gemüse- oder Getreidesorten verändert werden müssen, falls das Patent erteilt wird. “Mit jedem neuen Patent dieser Art wird der Spielraum kleiner”, sagte Coutand im Anschluss an die Verhandlung der Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts über die Patentierbarkeit von Verfahren zur Herstellung von Brokkoli, der Schrumpeltomate und über die so “erzeugten” Pflanzen (Patent auf traditionell gezüchteten Brokkoli).

        “Eine Provokation für die Bauern” nannte Georg Janßen, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Verhandlung am Patentamt rundweg, “eine Provokation, weil es eine Enteignung ist.” Schließlich züchten Landwirte seit Jahrhunderten Saatgut und aus diesem bedienen sich letztlich auch die Biotech-Firmen. Das Ziel von Konzernen wie Monsanto sei letztlich die Kontrolle vom Acker über die Lebensmittel bis zum Teller der Konsumenten, wetterte Janßen. “Modernes Raubrittertum”, nannte die grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken das. ”
        http://www.heise.de/tp/artikel/33/33005/1.html

        “Möglicherweise blieb der erwartete Fortschritt zum Teil auch deshalb aus, weil man die Forschung in den privaten Bereich verlagern wollte. Pharmakonzerne sollten großzügig Monopolrenditen abschöpfen und mit diesen Unsummen teure Studien bezahlen. Allerdings ging diese Rechnung nicht in der Weise auf, wie manche Politiker und Ökonomen sich das vorstellten: Shareholderinteressengesteuerte Konzerne entdeckten bald, dass es wesentlich lukrativer sein kann, Fortschritt vorzutäuschen und auch dafür Patentrechte und Monopolrenditen zu kassieren. Dazu musste man nur einen Teil des Geldes, das eigentlich in die Labore fließen sollte, in die PR- und die Rechtsabteilungen stecken. Auf diese Weise entstand ein schwer zu durchschauender Bereich von scheininnovativen Medikamenten, die Ärzten in Fortbildungsveranstaltungen und mittels bezahlter Publikationen aufgeschwatzt wurden. ”
        http://www.heise.de/tp/artikel/31/31671/1.html

        “Die Theorie des Patentwesens ist einfach: Um Tüftlern, Wissenschaftlern und Firmen einen Anreiz zu geben, etwas zu erfinden, gesteht man ihnen das exklusive Recht auf den Ertrag zu, den diese Erfindung einbringt. Die letzten Jahrzehnte haben eine Flut von Patentanmeldungen hervorgebracht, die Zahl der europäischen Patentgenehmigungen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdreifacht. Dabei geht es heute oft weniger um Schutz des geistigen Eigentums, sondern um Blockaden der Konkurrenz und die Generierung von Tauschobjekten. Das Patentsystem droht an zu niedrigen Eingangshürden zu scheitern. Dies gilt nicht nur für technische und die umstrittenen Softwarepatente, auch das Markenregister leidet unter der Menge von Werbe-Slogans und Wortmarken.”
        http://www.heise.de/tp/artikel/27/27780/1.html

        “Tödliches Copyright
        Andreas Henrichs 05.08.2007
        Von der rigorosen Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte und einem verschärften Patentschutz bei Arzneimitteln profitieren vor allem Pharmaunternehmen aus den reichen Industrienationen. Auf der Strecke bleiben dabei arme Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern

        Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Immunschwächekrankheit HIV/AIDS weltweit die vierthäufigste Todesursache. Von den über 40 Millionen infizierten Menschen werden 75% nicht oder nicht ausreichend medikamentös behandelt. Dies betrifft alleine im südlichen Afrika 1,8 Milionen HIV-infizierte Kinder , deren Angehörige sich die teuren Orginalmedikamente der renommierten Pharmakonzerne nicht leisten können, da ihr Preis durch die enthaltenen Patent- und Lizenzgebühren ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten bei weitem übersteigt. Die Aids-Mittel der ersten Generation sind zwar noch als sogenannte Generika, dh. preiswerte, chemisch und biologisch exakte Nachbauten der Orginalpräparate erhältlich, aber namenhafte Arzneimittelhersteller gehen juristisch gegen die Produzenten der lebensrettenden generischen Medikamente vor und weigern sich die neueren antiretroviralen Pharmazeutika der zweiten Generation auch armen Patienten zugänglich zu machen. ”
        http://www.heise.de/tp/artikel/25/25827/1.html

        “Zum einen haben wir die Bedrohung für das Saatgut studiert, das zunehmend von trans-nationalen Konzernen kontrolliert wird und somit den Bauern entzogen wird. Ich habe mich zudem im Bereich Copyright auf Saatgut spezialisiert. Die Ernährungssicherheit wird hier aus zwei Richtungen gefährdet: Einerseits durch den Internationalen Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen UPOV, andererseits auch den Druck, der durch das Freihan-delsabkommen CAFTA in Richtung Patentierbarkeit von Pflanzen ausgeübt wird.
        Silvia Rodriguez”
        http://www.heise.de/tp/artikel/25/25484/1.html

        “Patente als Wirtschaftswaffen”
        http://www.heise.de/tp/artikel/24/24996/1.html

        “Patentierte Gefühle
        Wolf-Dieter Roth 03.02.2006
        Müssen Foren bald neu programmiert werden?

        Mehrfach gab es inzwischen Patente rund um die Smileys, die Emoticons, ohne die die Kommunikation im Internet heute gar nicht mehr vorstellbar ist. Teils als Scherz, teils auch ernst gemeint. Das neueste Patent, das sich der elektronisch geäußerten Gefühle annimmt, wird zwar mitunter missverstanden, hat jedoch durchaus Auswirkungen auf bestehende Internetdienste.”
        http://www.heise.de/tp/artikel/21/21905/1.html

        “Sortimentsbereinigung mit Folgen

        Im Grafikbereich bietet Tektronix heute keine Produkte mehr an. Also hat das Unternehmen die nun überflüssig gewordenen Patente zu Geld gemacht und verkauft, damit jemand anders daraus Nutzen ziehen kann. In einigen Monaten wären die ersten ohnehin ausgelaufen.

        Zugegriffen hat die texanische Anwaltskanzlei McKool Smith. Diese hat die Patente von Tektronix allerdings nicht gekauft, um nun besonders gute Computerbildschirme herzustellen, sondern vielmehr, um anderen den Spaß zu verderben:

        Zunächst gingen sie mit dem vom April 1987 stammenden US-Patent 4.734.690 gegen Spielehersteller vor: Das Patent beschreibt die perspektivische Umsetzung dreidimensionaler Objekte auf normale Bildschirme, also ein Bestandteil aller 3D-Shooter von Castle Wolfenstein bis Doom 3. Dementsprechend zahlreich sind die verklagten Spielehersteller, von den größeren sind es Electronic Arts, Activision, Atari, THQ, Vivendi Universal, Sega, Square Enix, Tecmo, Lucas Arts, Namco, Take Two und Ubisoft.

        Patente Abzocke

        Doch dann legte McKool Smith noch weitere sechs der von Tektronix erworbenen Patente nach: 4,694,286, 4.730.185, 4.742.474, 4,761,642, 5.109.520 und 5.132.670. Diesmal geht es gegen 19 Hardwarehersteller, darunter Acer, Averatec, Dell, Fujitsu, Hewlett-Packard, IBM, JVC, Matsushita, Micro Electronics, MPC, Polywell, SCEA, Sharp, Systemax, Toshiba, Twinhead und Uniwill. Die Patente behandeln alle möglichen Computergrafik-Themen von Farbpaletten über Dithering und schnelles Zwischenspeichern bis zum Prinzip von Online-Spielen.

        Vorbild der Aktion ist offensichtlich der Einkauf von jeder Menge auf Streaming anwendbaren Patenten durch Acacia Research (Porno- oder Webradiopatent?), die mit dieser Masche bislang recht erfolgreich sind. Die Wut der Hersteller ist dementsprechend, es ist von Mafia-Methoden die Rede. Zu Recht? Moralisch ja, doch nicht juristisch: Das Recht steht dank des umstrittenen amerikanischen Patentrechts auf der Seite der Anwälte, denn fast 20 Jahre alte Patente nun noch als ungültig zu erklären, ist zumindest schwierig, auch wenn manche der beschriebenen Techniken bereits bis zu 10 Jahre vor der Patentzuteilung gebräuchlich gewesen sein sollen.

        Somit dienen Gesetze, die eigentlich mal Urheber und Erfinder schützen sollten, heute nur noch der Finanzierung von Konzernen und Anwälten. ”
        http://www.heise.de/tp/artikel/18/18743/1.html

        • Lukas Schneider

          … und übrigends bei Heise steht…
          vielleicht solltest du, Tobias, dir mal ein paar weitere Quellen anschaffen.
          Nicht, dass bei Heise nur Mist steht, aber man sollte eine tendenziöse Berichterstattung auch als solche bewerten.

          • Gleiche Artikel findet man auch anderswo, bloß bei Heise findet man sie schneller als aus Dutzenden Quellen zusammengesucht.

        • Lukas Schneider

          Um mal konstruktiv zu bleiben.
          Es gibt sicher Fehlentwicklungen und Korrekturbedarf im UrhR sowie in den verwandten Schutzrechten.
          Deswegen soll es ja auch eine (hoffentlich) konstruktive Diskussion über die zukünftige Gestaltung dieser Rechte geben.
          Eine solche DIskussion sollte sich dann aber an dem Interesse der Gesamtwohlfahrt orientieren. Wobei diese, nach meinem grünen Selbstverständnis, nicht ausschließlich monetär abzubilden ist.
          Es tut nur der Diskussion nicht gut die berechtigten Interessen von Kulturschaffenden gegen den Irrwitz von Genpatenten auszuspielen.

          • Glaubst du ernsthaft die “Künstler” hätten etwas vom Urheberrecht?
            Du meinst ernsthaft die DSDS-”Stars” würden durch ihren Plattenvertrag reich?

            Die Künstler selber und auch die die sich dafür halten bekommen doch von den Urheberrechtsabgaben bestenfalls Peanuts. Wenn überhaupt, weil sie meist die Rechte an ihrem schaffen sowieso schon vorher an die Plattenfirmen abtreten müssen, bevor überhaupt irgendetwas aufgenommen wurde.

            Und dann ist da noch die Mathematik, welche besagt, dass mit einer begrenzten Anzahl an Harmonien, auch nur eine begrenzte Anzahl wohlklingender Lieder produziert werden kann. Die Anzahl der alleine in den letzten 10 Jahren veröffentlichten Lieder übersteigt die Anzahl der maximal möglichen Varianten um ein Vielfaches. Wo soll da also die sogenannte Kreativität sein, welche angeblich geschützt werden soll?

            Und richtig absurd wird es, wenn man Bewerbungsfotos machen lässt, dann besitzt der Fotograf das Urheberrecht und man darf es ohne seine Einwilligung nicht mal mit seinem Lebenslauf im Internet veröffentlichen!!!

            Und dann das Markenrecht. Du kannst jeden x-beliebigen Satz als Marke registrieren lassen und dann von jedem Geld verlangen, der diesen Satz irgendwo schreibt. Z.B. hier im Forum.
            Ich selber habe mir schon so einen banalen Satz registrieren lassen. Kostet kaum was.
            Stefan Raab hat sich den Begriff “Schland” als Marke gesichert und kassiert nun von jedem Tantiemen, der diese Abkürzung von Deutschland benutzt. Das macht der übrigens systematisch!
            Wo ist da irgendetwas vom Schutz der Künstler???
            War die “Erfindung” dieser Abkürzung jetzt irgendwie besonders kreativ und schützenswert?

  • Hat sich im Zeitalter des Kunst- und Kulturindustrialismus, sprich: des Einzugs der maximal größten Serie bei Kunst und Kultur, im Zeitablauf nicht ein veränderter Schwerpunkt ergeben? Dass das Schwergewicht nicht mehr auf dem individuellen oder gemeinschaftlichen Schöpfungsakt liegt, sondern das Schwergewicht eben auf der millionenfachen Verbreitung, Kopie und Variation liegt?

    Kann sich eine Gesellschaft, die die bloße Verbreitung, die bloße Kopie und die bloße Variation höher ansetzt als das Auskommen der originären Schöpfer und Urheber, noch als eine originär kreative bezeichnet werden, womit doch Einiges über das Schöpferpotenzial und seine Verhinderung ausgesagt ist?

    Gesetzt den Fall, dass ein Teil des Beschriebenen so zutrifft: Was sagte uns dies in Bezug auf ein bloßes Gegenhalten, was in Bezug darauf, auch von Staats wegen und gesellschaftlich/ politisch befördert zu einem besseren Auskommen der Urheber zu kommen?

    Inwiefern könnten veränderte Schwerpunkte gesellschaftlich und politisch erreicht werden, im Sinne eines Klimas sich verbreitender Wertschätzung, inwiefern mit Aussicht auf rechtlichem Wege?

    Ließe sich dies überhaupt rechtlich adäquat regeln, ohne gleichzeitig den Ausstieg aus einer weitestgehend verrechtlichen Gesellschaft einzuleiten, …

    … ansonsten auch hier nur ein weiteres Betätigungsfeld für Juristen geschaffen würde, die ihre Hauptbeschäfigung weit mehr darin sehen, rechtliche Regelungen im Interesse ihrer Klientel wie ein Gummiband zu dehnen, als sie, die rechtlichen Regelungen einzuhalten?

  • @tobias:
    Tu’ dir uns ud dieser diskussion doch mal einen gefallen, und lese dir doch mal das urheberrecht durch.

    Und DSDS Künstler leisten kaum urheberrechttlich relevante Leistungen. sie schrieben keine Songs selber und auch keine Texte, sondern lassen sich von anderen Leuten produzieren.

    DSDS ist also urheberrechtlich komplett neutral.hat mit dem URHG also kaum etwas zu tun.

    Wichtig ist aber, dass Künstler eine Basis für die Verwertung ihrer individuellen *Leistung* finden.

    Ich glaube wir als gesellschaft haben ein problem, wenn wir die Leistung und kreativität der Urheber ausblenden und nur noch den “zugang” zu “Content” bezahlen.

    Ich finde das ist zynisch und herablassend. Wir haben hier keinerlei wertschätzung für kreative Leistungne in gewissen Teilen der Gesellschaft. das trifft nicht auf unsere Gesamte gesellschaft zu, aber vor allem meistens auf leute, die auf kostenlosen zugang von “Warez” bestehen.

    Kultur entsteht aber nicht nur durch “Wertschöpfung”, sondern auch durch “Wertschätzung” durch die rezipienten. Nehmen wir der Kultur ihren inhäränten Wert, so verlieren wir beides.

    • Dieser Essay bringt eigentlich alles auf den Punkt, was es zum Urheberrecht zu sagen gibt:
      http://www.dittmar-online.net/ip/index.html

      ich glaube, wenn hier “Künstler” wegen Urheberrechtsverletzung jammern, dann geben sie sich einfach der Illusion hin, dass sie mit einem besseren “Schutz” ihrer Leistung mehr verdienen könnten. Dabei ist meist die erste Illusion schon, dass andere sie ebenfalls überhaupt als Künstler ernst nehmen würden.
      In Hollywood laufen wohl 150.000 Schauspieler rum und haben alle einen Job als Kellner. Ähnlich ist es mit den Musikern, Malern, …
      99.99999% der sich selbst als Künstler bezeichnenden Menschen werden weder mit noch ohne Urheberrecht von ihrer “Kunst” leben können. Aber 100% von ihnen meinen, dass sie verkannte Genies wären und einfach um ihren Verdienst betrogen werden.

  • Ich möchte Tobias beispringen und seine Argumente aus dem Forum Verteilungserechtigkeit in diese Diskussion mit einbringen, zusammenführen und ausbauen, da ich finde, das alle davon profitieren sollten.

    Künstler sind, wie auch Geisteswisschaftler, nutzlos.
    “1000 Germanistinnen sind eben nicht 1 Elektroingenieur wert. Wir bilden aber die 1000 Germanistinnen aus und nicht den 1 Elektroingenieur.” Das Verhältnis von Elektroingeniuer zu Künstler ist 1 zu 10000 wenn nicht gar 1 zu 100000! So siehts aus. Da Künstler nutzlos sind, braucht es keine Eigentumsrechte für Bücher und Musik. Kunst ist nur was für die Frauen, die, wenn sie sich es durch ihren Ehemann leisten könnten, alle zu Hausfrauen mutieren würden.

    • Lukas Schneider

      Danke Jens!
      Endlich spricht mal jemand Tacheles…
      Genau diese Einstellung ist es doch, die hinter dieser ganzen Ablehnung von KünstlerInnenrechten steht.
      Kulturprodukte soll man schon frei und uneingeschränkt Nutzen können, sein Startup damit füttern, den Access Providern Traffic liefern können. Google packt dann schön Werbung daneben == Schöne Neue Netzwelt.

      Ich halte so eine Einstellung gelinde gesagt für verabscheuungswürdige Bilderstürmerei, aber immerhin sagt mal jemand die Wahrheit.

      *schüttel*

    • @Jens: Elektroingenieure, hm? Die dann… sagen wir… Spielekonsolen entwickeln. Obwohl… so eine Spielekonsole ist auch irgendwo nutzlos. Und wenn es keine Künstler gibt, die Inhalte produzieren, auch nicht wirklich spannend. Hat den Vorteil, daß wenn keine Computerspiele produziert werden keine Game Konsolen benötigt werden, und wenn keine Bücher geschrieben werden keine Bücher gedruckt werden müssen u.s.w.. Super! Auf einmal wird viel weniger Energie verbraucht! Und es müssen viel weniger Geräte und Maschinen entwickelt, gebaut und in Betrieb gehalten werden. Praktischer Weise benötigen wir dann viel weniger der so wertvollen Ingenieure… Aber ich hoffe mal, diese Aussage war satirisch gemeint.

  • Hallo Tobias, könntest du mal deine arrogante Tonart lassen. Willst du eine Diskussion, oder willst du nur provozieren? Willst du die KünstlerInnen vor den Kopf stoßen oder willst du sie anregen, ernsthaft über das Problem zu diskutieren. Wer hier von jammern redet, ist arrogant.
    Und anscheinend scheinst du alles klar zu haben und zu wissen.
    Komm mal runter.
    Und ellenlange Traktate führen auch nicht zum besseren Verständnis bei.

  • Habe ich eine Idee die ganz neu ist, ist sie nur solange meine Idee, wie ich sie für mich behalte. Teile ich sie einem anderen mit, ist sie automatisch nicht mehr meine Idee, denn ein Anderer kennt sie und kann sie verwenden. Der Andere, der diese Idee verwendet, kann jetzt fälschlicher Weise behaupten, dass er sich das ausgedacht hat, dann lügt er.

    Ich habe jetzt die Möglichkeit mich darüber aufzuregen und mein Recht auf die Urheberschaft einzufordern, dann müsste ich den Anderen der Lüge bezichtigen. Streit läge in der Luft. Also wird eine unabhängige Instanz benötigt die mir das Recht der Urheberschaft bescheinigt und damit den Streit beilegt. Diese unabhängige Instanz könnte das auch zweifelsfrei tun, wenn sie in dem Augenblick anwesend gewesen wäre, als ich meine Idee dem anderen mitgeteilt hätte.

    Ich kann aber auch anders damit umgehen, ich kann dem Anderen ein Augenzwinkern zuwerfen und ihn dann wegen der tollen Idee loben und mit ihm zusammen die Idee weitertragen und umsetzen mich darüber freuend, dass diese Idee umgesetzt wird. War es eine gute Idee, die die Menschheit ein Stück weiter bringt ist es doch letztlich egal wer die Idee hatte. Ich finde, dass die Idee überhaupt umgesetzt wird ist dann die Hauptsache. Stellt sich später heraus, dass die Idee doch nicht so gut war wie ursprünglich angenommen, dann ist offiziell der Andere, der Ideendieb der Dumme.

    Ein Maler und Bildhauer beispielsweise erstellt ein Werk, dass es nur einmal auf der Welt gibt. Sein Bild oder seine Skulptur können also nur einmal verkauft werden. Das hat sich mit den neuen Medien und der Computer-Technologie für Bilder aber auch für Skulpturen geändert. Ein digitales Bild kann jederzeit bitgleich kopiert werden und ist vom Original nicht zu unterscheiden. Eine im Computer geplante Skulptur, die anschließend von einem Roboter geschaffen wird kann zumindest in ihrem zugrunde liegenden digitalen Modell ebenfalls bitgleich kopiert werden. Niemand ist anschließend in der Lage zweifelsfrei das Original von der Kopie zu unterscheiden. Also kann auch niemand mehr zweifelsfrei beweisen, dass er der Schöpfer eines digitalen Werkes ist. Der einzige Beweis der hier noch tauglich ist, ist der Zeitpunkt der erstmaligen beweisbaren Veröffentlichung. Ob derjenige der es erstmalig veröffentlicht hat auch der Schöpfer ist, ist wiederum nicht eindeutig feststellbar. Also wird im §10 UrhG davon ausgegangen, dass derjenige der als Urheber eines Werkes bei der Veröffentlichung bezeichnet ist auch der Urheber ist. Schon an dieser Stelle gibt es im Urheberrecht eine große Lücke die nach Belieben schamlos von einigen Unternehmen und Konzernen ausgenutzt werden kann und auch ausgenutzt wird.

    Das heutige moderne Urheberrecht ist nicht für die einzelnen Urheber überarbeitet worden, sondern es dient lediglich den Kaufleuten und Institutionen die sich aufspielen Urheberrechte zu vertreten. Eine ganze Armada von betrügerischen Rechtsanwälten treten Urheberrechtsverfahren los und mahnen Webseitenbetreiber gebührenpflichtig ab, wenn sie glauben, eine Urheberrechtsverletzung entdeckt zu haben.

    Ich werde langsam wirklich müde es immer und immer wieder sagen zu müssen, wir müssen wegkommen vom brutalen Wettbewerb hin zu effektiver einvernehmlicher Zusammenarbeit auf allen Gebieten und in allen Lebensbereichen. Das Maß an Zusammenarbeit und Toleranz wird letztlich darüber entscheiden ob die Menschheit weiter existieren kann oder nicht. Gier, Habsucht und Egoismus sind böse und Toleranz und Rücksichtnahme sind gut.

    Das jetzige Urheberrecht liest sich zunächst mal ganz gut, aber bei näherer Betrachtung ist es überarbeitungsbedürftig und zwar wie die meisten anderen Gesetze auch in dem Sinne dass es dringend entschlackt werden muss, es muss einfacher und übersichtlicher gestaltet werden und vor allem eindeutiger formuliert werden. Eine Politiker Unsitte hat sich bei uns in Deutschland breit gemacht und zwar die, dass alle Gesetze und Rechtsverordnungen möglichst alle Fälle die nur vorkommen können abdecken. Gesetze und Rechtsverordnungen sind aber lediglich ein Leitfaden an denen sich Rechtsprechung und Behörden zu orientieren haben. Man kann nicht alle Fälle in Gesetze gießen denn die möglichen Fälle sind in jeder Lebenslage so mannigfaltig wie die Möglichkeiten selbst und das tendiert immer gegen unendlich.

    Komplizierte und überfrachtete Gesetze sind immer nur für die Spezialisten gut die sich genau damit befassen. Wer kann sich das leisten? Behörden nicht – Richter nicht Staatsanwälte auch nicht aber Große Unternehmen und Konzerne die eine Armada von Rechtsanwälten beschäftigen und jeder davon hat sein Spezialfach.

    Unser BGB ist für viele Streit-Fälle ausreichend wozu noch ein extra Gesetz fürs eigentlich einfache Urheberrecht erschaffen. Kompliziert wird es erst durch das Gesetz in dem man pro Paragraph den es hat auch eine Lücke finden kann. Jeder regelnde Satz des Gesetzes muss ja von der Rechtsprechung interpretiert werden. Die Sachverhalte über die möglichen Geschäftsbeziehungen sind im Urheberrecht nochmal geregelt obwohl es ja im Grunde nur um Eigentums und Besitzrecht geht das aber schon im BGB erschöpfend geregelt ist. Das Urheberrecht könnte gut und gerne mit maximal 10 Paragraphen auskommen. Genau so sieht es mit vielen anderen Gesetzeswerken auch aus.

    Aber einen Begriff der Urhebers zu definieren halte ich schon für nötig, nicht wie von Tobias vorgeschlagen das Urheberrecht ganz zu streichen also ungeregelt zu lassen. GEZ und GEMA die sich teilweise wie Behörden verhalten haben ihre Existenzberechtigung meiner Meinung nach schon lange überlebt. Weder die GEZ, die eine wertfreie unabhängige Berichterstattung garantieren soll, indem sie die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten finanziert, noch die GEMA die den Künstlern ein gutes angemessenes Einkommen für ihre Werke garantieren soll sind in ihrer derzeitigen Ausprägung noch zeitgemäß. Über all diese Sachverhalte gibt es in unserer Gesellschaft großen Diskussionsbedarf das soll und muss weitergeführt werden. Ich denke das Internet und der wahnsinnige Boom den das Internet in den Letzten Jahren erfahren hat ist eine große Chance für die Politiker die Diskussionen in die Bevölkerung zu tragen. So wie das hier der Fall ist und niemand hier erhebt darauf das Urheberrecht oder irre ich da? Ein überfrachtetes Urheberrecht ist auch dabei im Weg und verhindert möglicherweise gute Beiträge. Wenn Jemand sein Recht auf Urheberschaft geltend macht sollte er/sie dabei niemals vergessen, dass das Werk in Ihm/Ihr erst gereift ist und von vielen andern Menschen, Ereignissen oder aber auch Notwendigkeiten inspiriert wurde. Die aller meisten Werke sind niemals ganz und gar nur auf eine Person zurück zu führen.

  • Schön, dass hier die meisten (bis auf Tom) nur über Künstler (insbesondere Musikkünstler oder solche, die sich dafür halten – Stichwort DSDS) sprechen. Sicherlich ist Urheberrecht hier für Laien am leichtesten verständlich. Aber so einfach ist es nicht. Wie Tom sagte, gibt es auch andere, die die geistige Urheberschaft über ein Werk besitzen. Das müssen nicht einmal die von Jens so abqualifizierten Geisteswissenschaftler sein. Diese Aussage ist schlicht unmöglich und muss deswegen nicht weiter kommentiert werden.
    Eine Abschaffung des Urheberrechts würde allen Menschen, die im weitesten Sinne schaffend sind (Autoren, Journalisten, Fotografen, Erfinder, Übersetzer, Musiker, Maler…) die ohnehin schon angespannte Situation noch erschweren. Was ist denn die Leistung noch wert? Allerdings passt der Ruf nach der Abschaffung gut ins allgemeine gesellschaftliche Bild, das Plagiate – egal ob in Wissenschaft oder im Alltag für tolerabel hält. Deswegen halte ich den Vorschlag der Grünen für den richtigen Weg.

  • Ich finde diese Schutzmassnahmen für geistiges Eigentum überflüssig.

    wir sind eine Gesellschaft und wer meint eine Idee zu haben die er nicht teilen möchte dann soll er sie mit ins Grab nehmen.
    ansonsten ist die Idee ausgesprochen und somit Public.

    Obendrein sehe ich die Chinesen die das nicht haben mit diesem Patentscheiss und irgendwie funktioniert das auch. Warum auch nicht . Wieso sollen wir jemandem, der unser Sozialsystem genutzt hat um sich aufzuschlauen, dann noch für die Ergebnisse dieses Aufschlauens bezahlen? Bezahlt der dann auch das was wir als Gesellschaft in den gesteckt haben zurück?

    -Kindergarten
    -Schule
    -Uni

    Es soll sich doch keiner einbilden das er ohne unser Sozialsystem zu etwas geworden ist.

    Daher finde ich es total ok wenn er etwas von den Früchten zurück gibt.

    Wieso auch nicht?
    Ist es ok wenn ich mal ein Mittel gegen Krebs finde das an euch zu Verkaufen ?
    Was ist euch denn euer leben wert ?
    Ich bestimme ja dann den Preis, weil ich hatte ja die Idee?
    Das mich das deutsche Schulsystem ausgebildet hat und mich in die lage versetzt hat dieses medikament zu bauen – zählt nicht?

    Ist das so richtig?

    • @Tim Fox: es gibt in Deutschland ein progressives Steuersystem. In unserer Stadt (und soweit ich weiß in ganz NRW) ist zudem z.B. auch der Kindergartenbeitrag einkommensabhängig. Bei hohen Einkommen finanziert man den eigenen Kindergartenplatz ganz oder weitgehend selber. Das bedeutet, daß derjenige, der mehr verdient (etwa durch seine Ausbildung) auch mehr Steuern und Abgaben bezahlt, und auf diese Weise der Gesellschaft zurück gibt, was er zuvor bekommen hat. Das gilt übrigens für jeden. Abgesehen davon können viele Universitätsabsolventen (Ausnahme Mediziner) kaum je den Einkommensverlust wieder aufholen, der durch die lange Ausbildungszeit entsteht. Das höchste Lebenseinkommen haben im Schnitt FH Ingenieure. Aber andere Frage: was wenn es keinen Anreiz mehr gäbe, schwierige Fächer wie E-Technik, Physik oder Medizin zu studieren? Wohin gehen wir, wenn wir krank werden? Welche Ressourcen hat Deutschland, außer den Köpfen? Wollen wir wirklich durch Reduzierung der Anreize und Erhöhung der Hürden (Studiengebühren) die absolut einzige Quelle des deutschen Wohlstandes beschneiden?

      Eine ganz andere Frage sind Patente und Konzerne, oder weshalb Alltagsbegriffe geschützt werden können. Darüber hinaus: nicht der einzelne Absolvent profitiert in erster Linie von der öffentlichen Ausbildung, sondern die Unternehmen, bei denen sie eingesetzt werden. Hier muß dafür gesorgt werden, daß diese Unternehmen ordnungsgemäß ihre Beiträge an die Gesellschaft leisten, von der sie im Sinne des Wortes profitieren. Zudem sehen die Arbeitsverträge in der Regel so aus, daß Entwicklungen des Arbeitnehmers dem Unternehmen gehören, während der Arbeitnehmer ein Schulterklopfen und bestenfalls ein Taschengeld bekommt. Das Medikament ist hier ein schönes Beispiel.

      Was das Beispiel Medikamente angeht noch einmal: ich wäre für mehr öffentliche Forschung, und die ÖFFENTLICHEN Universitäten patentieren dann die Produkte und vergeben Lizenzen an Unternehmen. Die Einnahmen gehen dann zurück an die Universitäten und helfen bei der Hochschulfinanzierung.In der Vergangenheit war es bisweilen so, daß mit öffentlichen Geldern Grundlagen für Produkte gelegt wurden, die dann von Unternehmen ohne Beteiligung der finanzierenden Öffentlichkeit profitabel am Markt eingeführt wurden.

    • Aha, wer seine Idee nicht herschenken will soll sie mit ins Grab nehmen – naja, dann hätte vielleicht der Erfinder des Computers seine Idee mit ins Grab nehmen sollen, dann hätten wir wenigstens kein Internet, das jede CD klaut noch bevor sie zu kaufen ist.

      Wo wären wir denn, wenn alle Erfinder und Künstler ihre Ideen mit ins Grab nähmen? Eine solch unbedachte Aussage kann ich gar nicht nachvollziehen – jeder in dieser Gesellschaft profitiert von diesen Ideen, warum sollte man sie nicht honorieren?

      Ich bin Musiker, und ich kann ganz klar sagen: Wenn es so weiter geht, gibt es bald nur noch Billigschrott. Nachgemachtes 08/15 Zeug. Ich selbst finde schon kein Label mehr, weil so langsam die Labels aussterben.

      Realisiert hier eigentlich irgendjemand, dass eine ganze Berufsgruppe kurz vor dem Aus steht? Es gab mal tausende von Arbeitsplätzen in der Musikindustrie – viele davon sind einfach weg. Checkt das jemand hier was in den letzten zehn Jahren passiert ist?

      Wenn wir das mit der Autoindustrie so machen würden, was für ein Volksaufstand würde da losbrechen? Aber bei Musik, ach da ist es ja egal wenn tausende Arbeitsplätze wegbrechen.

  • Ich denke mal, die hier von Tobias vorgetragene ignorante Gleichsetzung des Begriffs “Künstler” mit kellnernden Hollywoodschauspielern und DSDS-Teilnehmern zeigt dennoch ganz gut, dass bei der Diskussion um Urheberrechte leider in vielen Köpfen eine ziemlich verengte Sicht auf den betroffenen Personenkreis vorherrscht. Wir reden hier nicht über ein paar elitäre “Genies”, sondern über etliche Berufsgruppen: Journalisten, Grafiker, Programmierer, Fotografen, Texter, Musiker, Designer usw.

    Ich selbst bin Grafik-Designer und natürlich lebe ich wie viele andere auch davon, mein hart erarbeitetes geistiges Eigentum angemessen zu vermarkten. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie erstaunt viele Kunden sind, wofür man so alles bezahlen muss – weil es eben nicht einfach so vom Himmel fällt (z.B. Bildrechte, Schriften, Texte). Nach dem Motto: Kann man sich doch alles aus dem Netz runterladen.

    Fakt ist: Das Verständnis in unserer Gesellschaft, warum man für etwas bezahlen soll, was man doch so leicht gratis bekommen kann, sinkt stetig. Diese Entwicklung wird man nicht aufhalten können, dennoch muss man darauf reagieren. Eine simple Abschaffung des Urheberrechtes kann da aber ganz sicher nicht der Weg sein, denn das würde vielen Berufen schlichtweg die Geschäftsgrundlage entziehen.

  • Kreative Arbeit ist Arbeit. Wenn das Einzige, was man im Leben zu bieten hat Ideen sind, gute Ideen, sehe ich nicht ein warum andere einfach so ohne eine respektvolle und angemessene Bezahlung an diesen Ideen beteiligt werden sollten.

    Eine gute Idee ist immer die Grundlage für Fortschritt, für Verbesserungen, und niemand darf so behandelt werden, dass seine Idee niemals etwas wert sein soll, weil eine asoziale Gesellschaft ihren Wert nicht anerkennen will, und immer alles Umsonst haben will.

    Für Künstler ist das Internet eine desaströse Entwicklung, denn hier regiert der Mainstream und die Quantität, und jeder Konsument wird von einem Überangebot erschlagen, das chaotisch im Netz herumgeistert.

    Durch das Internet wird alles immer verfügbar, das Wertempfinden wird ausgehebelt, Zeit spielt keine Rolle mehr. In der digitalen Welt ist alles so belanglos weil es so einfach zu sein scheint – das letzte was noch nicht einfach ist, ist die Idee zu haben.

    Viele ehemalige Musikhörer sind angewidert von dieser Belanglosigkeit und der sinkenden Qualität der Produktionen im Musikbereich. Im Netz will niemand zwischen Qualität und Demo unterscheiden – anscheinend interessiert es niemanden der heute im Netz Musik anbietet, ob sein Angebot irgendeiner höheren Qualität entspricht, oder ob es 08/15 gemachte Standardmusik ist. Das ist absurd. Ein Autohändler nimmt ja auch nicht jede Schrottkiste, und wenn er das macht verkauft er sie bestimmt nicht zum Normalpreis.

    Das Musikbusiness stellt im Netz seine Planlosigkeit zur Schau, da wird nur noch Schema F bedient, und sonst nix, weil es sich sonst nicht mehr rechnet.

    Das nenne ich Musiksozialismus, Einheitsbrei, die Entartung der Musik als bloße Berieselungsmaschine. Wirklich tiefe Gefühle und eigenen Charakter findet man heute nur noch bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aus finanzieller Armut wird eine geistige Armut, und die Langeweile die daraus entsteht wird nicht mehr durch gute Kunst kompensiert. Den heutigen Musikstandardbrei kann man nicht mehr als Kunst bezeichnen.

    Adieu Kultur!

    • Was ist denn bitte “Entartung” der Musik, Achim? Was genau ist die richtige Art von Musik und wann trägt sie ausreichend Merkmale der falschen Art oder Unart, um sie als entartet zu klassifizieren? Es gab zu jeder Zeit einfache Musik, die keinen intellektuellen oder hohen musikalischen Anspruch bedienen sollte. Volkslieder eben, die für Berieselung und Zeitvertreib gespielt wurden/werden – muss man nicht mögen, soll aber nicht ausgegrenzt werden.

      Aber zurück zum Thema: wenn Jemand eine Idee hat. Bloße Ideen als solche sind nicht geschützt und das ist auch gut so. Geschützt sind dagegegen Konzepte.

      Wenn ich jetzt die Idee habe, einen digitalen Kugelschreiber zu entwickeln, der alles, was ich mit ihm schreibe digitalisiert ist das toll. Aber wenn ich jetzt naiv zum Fraunhofer Institut gehe und auf Partnerschaft hoffe, dann kann es gut sein, dass die das Ding in einem Jahr als eigene Entwicklung präsentieren – ohne mich beteiligt zu haben. Das ist zwar nicht nett und scheint unfair, ist rechtlich aber in Ordnung. Die Idee als solche kann und soll nicht geschützt werden. Nur so haben viele Menschen die Möglichkeit, ihr Wissen und Können an Ideen abzuarbeiten und dadurch immer bessere (i.S.v. ökonomisch, ökologisch, sozial, kulturell, o.a.) Produkte und Konzepte zu entwickeln. Insofern ist tatsächlich jeder Ideenträger selbst verantwortlich, wem er seine Idee anvertraut. Idealerweise teilt er sie – das ist aber ihm und seinem Gewissen überlassen. Spätestens mit der Veröffentlichung seines Produkts, kann jeder die Grundidee übernehmen und sein eigenes Produkt auf seine eigene Weise bauen, wenn er dazu in der Lage ist.

  • Viele der Beiträge bestätigen eigentlich einen Verdacht, den ich schon lange hatte: große Teile der am Thema Mitwirkenden bezweifeln den Sinn des Urheberrechts und möchten damit am liebsten auch gleich den Begriff des geistigen Eigentums abschaffen.
    Ich glaube, eigentlich sind die Grünen weiter. Der Aspekt der “Wertschätzung” wird weitgehend aussen vor gelassen – zu Recht, denn Moral bringt uns hier nicht weiter.
    Lasst uns das Thema also als einen Konflikt unterschiedlicher Interessen behandeln, die durchaus materieller Natur sind. Und da ist es ganz wichtig, dass die verschiedenen Themen nicht durcheinander gebracht wird. An der Substanz des Urheberrechts ist ja erst einmal nichts verkehrt. Aber ungerechte Verträge zwischen Künstlern und Industrie sind verkehrt, also müssen wir an das Vertragsrecht ran.
    Überwachung will keiner, aber warum macht eigentlich niemand etwas gegen die vielen Videokameras, denen wir tagtäglich im Supermarkt ausgesetzt sind? Wird das als normal empfunden, dass Supermarktketten ihr Eigentum schützen? Freien Zugang zu Tomaten, ja, aber erwartet irgendjemand, dass diese deshalb kostenlos zu haben sind? Warum gibt es die Forderung, dass eine Zeichnung oder ein Musikstück kostenlos zu sein hat, jeder aber bereitwillig seine (anderen) Lebensmittel bezahlt?
    Jeder, der viel Arbeit und Geld in die eigene professionelle Ausbildung und ins Equipment gesteckt hat, möchte natürlich auch damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Dass dies mal besser (Madonna)und mal schlechter gelingt, ist in anderen Berufen genauso. Die rechtliche Basis, es überhaupt tun zu dürfen und zu können ist jedoch die Grundbedingung dafür, dass Menschen sich für gute Leistungen abstrampeln.

    • Hallo Sabine,

      Die Forderung nach einer Abschaffung des noch recht neuen Begriffs
      “geistiges Eigentum” habe ich schon unterstützt, bevor es den Vorwurf
      gab, dass der Medientausch über Internet die Kreativwirtschaft gefährde.

      Ich schließe mich dabei i.W. der Argumentation von Richard Stallman
      (Mitbegründer der Freie-Software-Bewegung) an
      (http://www.gnu.org/philosophy/not-ipr.xhtml). Die Diskussion über das
      Thema Urheberrecht ist umfangreich genug, sie mit anderen sog. Rechten
      am geistigen Eigentum zu vermischen, halte ich nicht für zielführend.

      Und ich habe nicht den Eindruck, dass die Mehrheit bei den Grünen das
      Urheberrecht abschaffen will. Selbst bei der Jugendorganisation ist dies
      Minderheitenposition (auch wenn es keine kleine Minderheit ist).

      Ich denke die Forderungen nach einer freieren Nutzung von
      urheberrechtlich gestützten Werken kommen vor allem daher, dass die
      Verbreitung von Werken immer weiter eingeschränkt wird:
      -Digitale Werke werden mit Schutzmaßnahmen technisch so eingeschränkt,
      dass sie nur auf bestimmten Hard- und Softwarekombinationen genutzt
      werden können (die dann zusätlich bestimmte Einschränkungen für den Kunden
      bedeuten, z.B. Aufnahmeverbot bei Fernsehsendungen, Übertragung von
      Werken von einem defekten Gerät auf ein anderes etc.). Die Umgehung
      (z.B. Benutzung nichtkomerzieller Software zum Abspielen einer
      kopiergeschützten DVD) gilt inzwischen als Urheberrechtsverstoß.
      -Das Zusammenstellen von Kompositionen aus verschiedenen Werken oder
      andere Arten der Erschaffung abgeleiteter Werke ist inzwischen technisch
      sehr einfach, ein PC mit ein bisschen Software reicht aus, die neuen
      Werke dürfen aber nicht veröffentlicht werden.
      -Insb. bei Filmen und Serien gibt es das Problem, das zwar der Austausch
      über die Werke ganz selbstverständlich über Landesgrenzen
      hinweg geschieht, die Werke selbst aber oft mit vielen Monaten Abstand in
      verschiedenen Ländern verfügbar werden. Auch werden immer mehr
      künstliche Barrieren geschaffen, die es verhindern, dass Menschen, die
      im Ausland leben, keine heimatlichen Fernsehsender mehr empfangen können
      (mit analogem Satellitenfernsehen war dies meist möglich, digitales
      Fernsehen wird oft verschlüsselt, auch das deutsche werbefinanzierte
      Fernsehen drängt darauf, auch Internetstreaming hört häufig an
      virtuellen Landesgrenzen auf).

      Zusätzlich gibt es dann noch von Lobbyistengruppen Forderungen nach
      Gesetzen, die möglicherweise der Kreativwirtschaft helfen, aber
      gleichzeitig große Kolateralschäden erzeugen (z.B.
      Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren auf Anbieter- und Kundenseite)

      Es geht also nicht nur um mangelnde Wertschätzung oder der Unwille,
      für digitale Werke zu zahlen, sondern es gibt noch einige andere
      Probleme, die damit zusammenhängen.

      Viele Grüße,
      Benedikt

      P.S.: Zum Thema Supermarkt: Ich meide Geschäfte, die ihren Kunden so
      sehr misstrauen, dass sie diese ständig filmen müssen.

  • @Tobias,

    diese Heisegläubigkeit geht mir wirklich auch auf die Nerven. Vielleichts solltest Du Dir mal den Originalreport von Hergreaves zu Gemüte führen. Der kommt nämlich mitnichten zu dem Ergebnis, dass das Urheberrecht oder das Patentrecht an sich eine gesellschaftliche oder technische Entwicklung behindern, sondern macht recht plausible Vorschläge, wie das Recht zu ändern sei, damit es mit der wirtschaftlichen Entwicklung Großbritanniens im Bereich IP vorangeht.

    Das hier sind die konkreten Empfehlungen:
    The Review’s specific recommendations would support growth of the UK’s increasingly intangibles intensive economy. This requires:
    • an efficient digital copyright licensing system, where nothing is unusable because the rights owner cannot be found;
    • an approach to exceptions in copyright which encourages successful new digital technology businesses both within and beyond the creative industries;
    • a patent system capable of preventing heavy demand for patents causing serious barriers to market entry in critical technologies;
    • reliable and affordable advice for smaller companies, to enable them to thrive in the IP intensive parts of the UK economy;
    • refreshed institutional governance of the UK’s IP system which enables it to adapt organically to change in technology and markets.

    Und was die Lobbynomics angeht, bezieht sich der Bericht explizit nicht auf die Lobbybemühungen der Urheber et al, sondern auf lobbybeeinflusste Entscheidungen per se und fordert ein:

    1. Evidence. Government should ensure that development of the IP System is driven as far as possible by objective evidence. Policy should balance measurable economic objectives against social goals and potential benefits for rights holders against impacts on consumers and other interests. These concerns will be of particular importance in assessing future claims to extend rights or in determining desirable limits to rights.

    Dies u.a. deshalb, weil:
    “Much of the data needed to develop empirical evidence on copyright and designs is privately held. It enters the public domain chiefly in the form of “evidence” supporting the arguments of lobbyists (“lobbynomics”) rather than as independently verified research conclusions.”

    Ich würde sagen, das ist recht neutral gehalten und meint die Lobbyarbeit der Technologiefirmen genauso wie die der Kreativen und ist eine direkte Aufforderung an die Regierung, Datenmaterial zu erheben und bereitzustellen, das eine ausgeglichene politische Entscheidung möglich macht. Das finde ich einen weisen Ratschlag, dem sollte man sich auch in Deutschland annehmen.
    Nachzulesen hier: http://www.ipo.gov.uk/ipreview.htm

    Leider bemüht man hierzulande auch bei Studienvergabe oder bei der Benennung von “Experten” und “Wissenschaftlern” zum Zwecke der politischen Meinungsbildung der Abgeordneten zu oft nicht wirklich neutrale Personen. Ich finde, wenn Studien in Auftrag gegeben werden oder Experten geladen, sollten diese genau wie Lobbyisten und Abgeordnete offenlegen, wer sie bezahlt, von wem sie finanziell abhängig sind (oder ihre Forschungsprojekte oder ihre Blogs oder ihre Kanzleien…)

    @ Jens: Die schönen Künste sind den Technologien und der Gesellschaft immer um mindestens 50 bis 100 Jahre voraus.

    Künstler denken Gedanken, die vorher nicht gedacht wurden. Techniker, Ingenieure und soziale Gruppen (Gesellschaft, Politik) setzen sie um, wenn sie (handwerklich, politisch) möglich und gewünscht sind.

    Nicht umsonst erinnern unsere Smartphones heute an Tricorder und PADD aus Star Trek, das Holodeck muss die Technologie sogar erst noch realisieren. Ohne die Bauhaus Künstler keine Hochhausarchitektur wie wir sie heute kennen, ohne Edgar Varése und Steve Reich kein Synthesizer, ohne die Musik der Schwarzen wie z.B. den Blues kein Aufbrechen der Rassegrenzen in den USA – mal davon abgesehen ist es mittlerweile medizinisch erwiesen, dass Musik- und Kunstschaffen Stress reduziert, helfen kann, Depressionen zu heilen und die sozialen Fähigkeiten von Kindern positiv beeinflusst. Musizieren steigert sogar den Intelligenzquotienten. Nicht umsonst waren und sind viele Ingenieure auch begeisterte Musiker.

    Fang doch auch mal an, ein Instrumnent zu spielen, vielleicht hilfts ja ;-))

    http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/musik/macht_der_musik/index.jsp

  • Hi, super Post. Ich beschäftige mich mit dem selben Themengebiet und warte gespannt auf weitere Beiträge zu dem Thema.

  • These 3 ist problematisch hinsichtlich der Verteilung Leermedienabgabe. Sollte das ähnlich für informelle Güter aus dem Netz angewandt werden, dann blüht noch mehr Ungerechtigkeit. Bzgl. der Verteilung durch die GEMA gibt es einige Missstände zu beheben, bevor man hier über eine Verteilung nachdenkt. Da die GEMA vom Umfang die einzige Institution ist, die solch eine Verteilung (K-Flat oder was auch immer) schultern kann, muß hier sehr viel passieren. Dazu auch Links aus unserem LAK Kultur:
    http://lak.gruene-bayern.de/files/2011/05/GEMA_Kritische_Betrachtung.pdf
    http://lak.gruene-bayern.de/blog/archives/1038
    sowie Bericht aus der Wiwo
    http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/club-der-plutokraten-470056/1/
    Ansonsten sind die thesen noch sehr frei gefasst und laden zu einem breiten Diskurs ein.

  • Dieses Themengebiet finde ich sehr interessant, kannst Du vielleicht etwas detaillierter erläutern, wie man zu weiteren Infos über das Thema gelangen kann?

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